württembergische und badische Schmalspurmodelle in Spur 0e

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Württemberg

Offener Güterwagen mit 450/600 mm Wänden - 750 mm Spur

Eßlingen 1901



Das Vorbild


Von den offenen Güterwagen mit 450 mm Seitenwänden und 600 mm Kopfwänden beschaffte die Königlich württembergischen Staatseisenbahn nur zwei Fahrzeuge, die Wagen Nr. 196 und Nr.197. Lieferant war die Maschinenfabrik Eßlingen. Der Plan zu diesen Wagen im „Verzeichnis der Schmalspur-Betriebsmittel der Direktion Stuttgart“  trägt das Datum September 1902 und hat als Lieferjahr 1901 vermerkt. Im „Merkbuch für die Fahrzeuge der Reichsbahn, II. Schmalspurfahrzeuge, Ausgabe 1927“ sind die beiden Wagen unter den offenen Güterwagen für 750 mm als 3 achsiger Wagen (Stuttgart) mit 15 t Ladegewicht, 5,4 t Eigengewicht, 7 Lagen Blattfedern und 450 mm / 600 mm Wandhöhe aufgeführt. Dort ebenfalls angeführt ist ein offener Arbeitswagen, der ringsum 450 mm hohe Wände  und ein höheres Eigengewicht von 5,9 t hat. Mir ist zu diesen Angaben kein Wagen beim Vorbild bekannt


Ob die beiden Wagen als Baudienstwagen oder Schutzwagen für die 1894 beschaff-ten Kranwagen Nr. 401 und Nr. 402 gedacht waren, kann ich nicht sagen. Da sowohl die O Wagen, als auch die Kranwagen auf der Bottwartal-Bahn eingestellt waren, liegt diese Vermutung nahe.


Die beiden Wagen entsprachen in ihrer Konstruktion denen der ersten leichten Bauserie. Sie hatten gekuppelte Lenkachsen, das heißt der Schemel der Mittelachse ist über Lenkstangen mit den Außenachsen verbunden, damit sich in Kurven durch die Seitenverschiebung der Mittelachse die Geometrie der äußeren Achsen einstellte. Im Gegensatz zu den G Wagen der ersten Bauserie besaßen die beiden Wagen Nr.196 und Nr.197 unter dem Langträger ein Sprengwerk. Dieses war im Vergleich zum Sprengwerk der schweren Bauart einfacher ausgebildet (T-Profile ohne Spannschlösser). Die Mittelachse war nicht gebremst. Die O Wagen waren mit ungefederten Mittelpufferkupplungen mit großen runden Puffertellern ausgerüstet. Die Wände waren in den Haltewinkeln auf Höhe des Bodens eingesteckt und konnten herausgenommen werden. Oben an den  Eckprofilen waren Haken und Laschen um die Wände zu fixieren. Der Innenboden ist mit gebeizten Nußbaum-Furnierstreifen aus dem Schiffsmodellbau ausgegelegt.


Neben der Druckluftbremsleitung besaßen die Wagen eine Elektroleitung und eine Dampfheizleitung mit den jeweiligen Anschlüssen an den Kopfseiten.


Die unterschiedlichen Konstruktionen der verschiedenen Bauserien sind im Abschnitt G Wagen ausführlich beschrieben.


Der Wagen Nr.197 wurde bereits während des II.WK aus Württemberg abgezogen. Der Wagen Nr.196 war bis zuletzt auf der Bottwartalbahn eingesetzt. Es gibt Fotos der letzten Betriebstage, die den Wagen hinter der V51 beim Räumen der Strecke zeigen.



Das Modell


Im Abschnitt Projekt 2014/2015 wird die Entwicklung und Konstruktion der württembergischen Schmalspurmodelle ausführlich beschrieben.


Bei den Modellen nach Vorbildern der leichten Bauart aus der ersten Bauserie bin ich einen Kompromiß eingegangen. Um nicht alle Messingfeingußteile doppelt herstellen zu müssen, habe ich die Gußteile nach dem Vorbild der schweren Bauart verwendet. Die Lenkstangen zwischen der Mittelachse und den äußeren Achsen wurden nicht nachgebildet. Die Mittelachse bekam keine Bremseinrichtung. Das einfachere Sprengwerk ist entsprechend dem Vorbild aus Messing T-Profilen gelötet.


Um die Außen- und Innenseiten der Wände detaillieren zu können, sind diese jeweils aus zwei Blechen in Sandwich-Bauweise gelötet. Nicht nur die Bretterfugen, sondern auch die Köpfe der Schloßschrauben zur Befestigung der Bretter auf den U-Profilen konnten so nachgebildet werden.


Beim Rundgang um das Modell sind alle Details gut zu erkennen. Um Wiederholungen zu vermeiden, ist nicht bei jedem Modell immer alles beschrieben. Deshalb empfehle ich, auch die Beschreibungen zum G Wagen und dem O Wagen 1000 mm lesen.


Da in meiner Sammlung von jedem Wagentyp mehrere Modelle sind, wird jeder fertig gebaute Wagen individuell beschriftet. Das Modell des O Wagens Nr.196 ist dem Vorbild in der Zeit zwischen 1927 und 1929 nachempfunden. Fotos aus dieser Epoche sind mir nicht bekannt. Ich habe mich deshalb an die entsprechenden Vorschriften der DRG (siehe „Anschriften und Bezeichnungen von Güterwagen“ von Wolfgang Diener) gehalten. Ob bei der Schmalspur immer alles so umgesetzt wurde, ist mir nicht bekannt, es hätte jedoch so sein können.