württembergische und badische Schmalspurmodelle in Spur 0e

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Württemberg

Kranwagen Nr. 401 - 402  - 750 mm Spur

Mohr & Federhaff 1901



Das Modell zeigt den Schmalspur-Kranwagen Nr. 401 -  402 der Königlich württembergischen Staatseisenbahn (später DRG und DB) beziehungsweise  des Kranwagens Nr. 101 der Jagsttalbahn. Den Bausatz hat Wendelin Niehnus entwickelt und in kleiner Auflage hergestellt.Wie bei allen meinen Bausätzen habe ich auch diesen in verschiedenen Details abgeändert.


Das ersten Foto zeigt die Seite aus dem Betriebsmittelhandbuch der DRG /DB. Dort ist ein Plan im Maßstab 1:50 eingeheftet, der neben verschiedenen Angaben auch auf die Stationierung Marbach – Beilstein hinweist. Ferner ist zu lesen, dass die beiden Kranwagen 1894 von der Firma Mohr und Federhaff aus Mannheim geliefert wurden. Diese beiden Kranwagen existieren im Gegensatz zu dem erhaltenen Kranwagen der Jagsttalbahn (geliefert 1901) nicht mehr. Der Vergleich zwischen der Zeichnung, den wenigen Fotos die von den Staatsbahnwagen vorhanden sind und dem Jagsttal Kranwagen lassen den Schluß zu, dass alle drei Kranwagen baugleich sind.


Ein Foto dieses Kranwagens ist im Buch "Die Bottwartal- und Zabergäubahn" von Ludger Kenning veröffentlicht. Entsprechend der Beschriftung gehe ich davon aus, dass es aus Ende der 1940er stammt. Fotos vom Kranwagen im Jagsttal gibt es im Netz genügend.


Der Bausatz enthält alle Teile um den Kranwagen zu bauen. Er besteht aus geätzten und gefrästen Messingblechen, Profilen, Kunststoff- und Weißmetall Gußteilen und den Fahrwerksteilen aus Messing-Guß. Da die Kupplungen von Martin Zeunert den württembergischen Güterwagenkupplungen entsprechen, passen diese exakt zu dem Modell. Ich habe die Weißmetall-Gußteile durch neue Teile ersetzt, die ich in Messing hergestellt habe. Ferner weiche ich von der Bauanleitung insoweit ab, dass ich beim Kranaufbau die einzelnen Teile nicht verklebt oder verlötet habe sondern überall M1 Gewinde bohrte und M1 Sechskantschrauben verwende. Wie man auf dem Foto aus den 1940er Jahren erkennen kann, hat der Staatsbahn-Kranwagen Zettelkästen, die ich mir bei Paul Petau besorgt habe.


Eine besondere Herausforderung war für mich die Winde. Die Teile sind neu hergestellt, da ich die Absicht hatte, wie beim Vorbild ein zweigängiges Getriebe mit Zahnrädern nachzubilden. Peter Herrmann hat mir die Lagerböcke der Winde und das große Speichenzahnrad neu gefräst. Die Winde ist jetzt so aufgebaut, dass sie zum Lackieren der Lagerböcke zerlegt werden kann. Die Wellen, Kurbeln, Sechskantschrauben und das Speichenzahnrad werden brüniert. Erst bei der Endmontage wird der Lagerbock fix auf dem Auslegerarm befestigt.


Den großen Gegengewichtskasten habe ich ebenfalls geändert. Er ist bei mir nicht fest auf die Trägerprofile aufgelötet, sondern kann vorbildgerecht verschoben werden. Durch dieses nach Hinten verlagern konnte beim Vorbild bei entsprechender Stellung des Auslegers die Tragkraft erhöht werden.


Zur Nachbildung des Fahrwerks werden die von mir gefertigten Messing-Gußteile verwendet. Sie bilden das Vorbild original nach. Gut zu erkennen ist auch die Anpassung der Zeunert-Kupplungen. Da ich den Staatsbahn-Kranwagen baue, habe ich noch eine Durchgangsbremsleitung eingebaut. Diese ist beim Jagsttal-Kranwagen nicht vorhanden.


Das Modell wurde sandgestrahlt, mit Scheuermilch und warmem Wasser gewaschen, getrocknet, grundiert und mit Nitro-Lacken lackiert. Der Farbton des Krans ist Moosgrau RAL 7003. Auf den bekannten Fotos des Originals erscheint die Lackierung als ganz helles grau, obwohl Bahndienstfahrzeuge dieser Art in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts üblicher Weise in einem dunklen Grau lackiert waren. Das Fahrgestell habe ich mit dem Farbton Graphitschwarz RAL 9011 lackiert.

Die Nachbildung der Beschriftung des Fahrzeugs gestaltete sich schwierig. Vorbildfotos aus der Zeit der Epoche II vor dem WK II sind mir keine bekannt. Ich fand lediglich Fotos zu einem ähnlichen Regelspurkranwagen, der beim RAW Cannstatt eingesetzt war (siehe „50 Jahre elektrischer Zugbetrieb im Direktionsbezirk Stuttgart“ EK-Verlag 1983, Seite 48 f). Allerdings ist die Beschriftung des Langträgers auch nicht zu erkennen. Wie immer in solchen Fällen fertige ich die Beschriftung dann so, wie es hätte sein können und wie es mir gefällt.


Die Neu-Konstruktion der Seilwinde habe ich schon beschrieben. Die einzelnen Teile sind lackiert und brüniert und anschließend wieder verschraubt. Dabei musste ich alle Bohrungen wieder säuberlich ausreiben, denn nicht nur der Lackauftrag sondern auch die Brünierung machte alles wieder schwergängig.


Noch zwei Hinweise zu meinen Techniken:

Als Beplankung des Bodens habe ich Nussbaum-Furnierstreifen aus dem Schiffsmodellbau verwendet. Diese werden mit feinem Sandpapier nochmals überschliffen und mit dunkelbrauner Humbrol-Farbe überstrichen. Anschließend wird alles mit Terpentinlösung überpinselt und mit einem weichen Baumwolltuch abgewischt. Diese „Bretter“ verwende ich auch um bei offenen und geschlossenen Güterwagen den Boden zu beplanken.

Zum brünieren meiner Metallteile verwende ich die Produkte von Balistol-Klever: Schnell-Brünierung oder Nerofor Messing-Antikfärber. Die Teile werden anschließend mit Waffenöl aus demselben Hause eingerieben.


Am Schluß möchte ich mich bei Wendelin Niehnus und Peter Herrmann noch einmal herzlichst bedanken. Wendelin hat wieder einmal einen wunderschönen Spur 0e-Bausatz zusammen gestellt, der ein nicht alltägliches Schmalspur-Modell auf die Modellbahn bringt (oder auch nur in die Vitrine). Peter hat mir zwei Frästeile gefertigt, ohne die der Bau der Seilwinde so nicht möglich gewesen wäre.