württembergische und badische Schmalspurmodelle in Spur 0e

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Kreis Altenaer Eisenbahn,  K.A.E.

gedeckte Güterwagen

Nr. 335 vermutlich Waggonfabrik Uerdingen 1913

Nr. 354 Waggonfabrik Killing & Sohn 1925



Die Kreis Altenaer Eisenbahn lebt weiter im Maßstab 1:45. In mehreren Bildberichten zeige ich meine KAE Wagen, die aus Bausätzen von Axel Hartig hergestellt wurden. Dabei gehe ich auf die Besonderheiten und Änderungen der Bausätze ein.


Die Bausätze sind von Axel Hartig. Wie seit vielen Jahren gewohnt, bietet er Komplettbausätze an, die alle erforderlichen Bauteile enthalten. Da ich Bausätze nach meinen Vorstellungen weiter entwickle, habe ich die beigelegten Gußteile gegen solche aus meinem eigenen Gußteile-Programm ausgetauscht. Ferner wurden einige konstruktive Details geändert, um sie meiner Arbeitsweise und meinen Anforderungen anzupassen.


Axel Hartig hat vor ein paar Jahren damit begonnen Wagenmodelle nach Vorbildern der KAE als Bausätze im Maßstab 1:45 (für Spur 0m und 0e) herzustellen. Es sind bis jetzt etwa 10 verschiedene geschlossene und offene Güterwagen entstanden. Ich habe mir einige Bausätze zugelegt, zum Teil auch doppelt. Damit kann ich Bauartunterschiede der Vorbilder im Modell nachbilden.


Sehr geholfen hat mir bei der Vorbildrecherche Wolf Groote. Er ist ein ausgewiesener Kenner der KAE und Mitautor des Buches „Die Kreis Altenaer Eisenbahn“ aus dem Kenning-Verlag. Seine Hilfsbereitschaft bei meinen Fragen zu den Vorbildern ging weit über einen normalen Mail Kontakt hinaus. Dafür und für die Bereitstellung entsprechender Fotos möchte ich mich herzlichst bedanken.


Kurz noch eine paar Worte zu den Vorbildern. Die KAE hatte eine Vielzahl gleich aussehneder geschlossene Güterwagen in ihrem Bestand.  Die Vorbild-Wagen der jetzt gezeigten Bausätze haben 3 Meter Radstand, sind handgebremst und wurden in ihrer Konstruktion genietete. Sie entstammen der Nummernreihe 305 bis 376. Die Vorbilder weiterer Bausätze von geschlossenen Wagen habe einen anderen Radstand, sind geschweißte Konstruktionen oder haben eine Saugluftbremsanlage. Ferner gab es geschlossene Wagen mit Drehgestellen und  sogar Privatwagen mit entsprechender Werbeaufschrift waren auf den Gleisen der KAE im Einsatz. Einige der originalen Fahrzeuge sind erhalten geblieben und  bei verschiedenen Museumsbahnen (Sauerländer Kleinbahn, Deutscher Eisenbahn-Verein, Selfkantbahn) und im Heimatmuseum Lüdenscheid zu sehen.


Beginnen wir mit den grundsätzlichen Anpassungen des Bausatzes. Die Bauanleitung sieht vor, daß die Wände mit der Bodenplatte komplett verlötet werden. Die Träger und Fahrwerksteile werden größtenteils direkt auf den Wagenkasten aufgelötet. Die Türen werden in geschlossenem Zustand mit den Seitenwänden fest verlötet. Der Wagen bildet also eine Gesamtheit. Beim Lackieren sind deshalb umfangreiche Abklebearbeiten erforderlich. Das Dach wird nicht aufgelötet sondern mit einer Schraubkonstruktion befestigt.


Ich arbeite nach etwas anderen Grundsätzen. Ein Bausatz wird so zusammen gebaut, daß einzelne Baugruppen entstehen. Die Baugruppen entsprechen den funktionalen Abläufen, wie was gelötet werden kann und wie die späteren Lackierarbeiten ausgeführt werden können. Dadurch entstehen möglichst saubere Trennkanten ohne diffizile Abklebearbeiten. Die Wagen bekommen eine separate Bodenplatte, auf der ich das gesamte Fahrgestell fix und fertig verlöte. Der Wagenkasten hat aus Gründen der Stabilität dann eine zweite Bodenplatte. Bei der Endmontage werden die beiden Baugruppen miteinander verschraubt. Das Dach wird so hergestellt, daß es nach der Lackierung nur noch aufgesteckt wird und die Gesamtstabilität des Aufbaus gewährleistet. Die Seitentüren der geschlossenen Wagen werden beweglich ausgeführt.


Mit den Fotos machen wir einen Rundgang um den Wagen Nr. 335. Sie zeigen die beiden Seitenansichten und die beiden Stirnwände, mit und ohne Bremserbühne. An beiden Stirnwänden ist eine Durchladeklappe vorhanden. Für die KAE typisch war, daß auf den Türen neben der Eigentümerbezeichnung und der Wagennummer auch noch die Bezeichnung des Heimatbahnhofs (hier  Altena) angeschrieben war. Die Dachbespannung ist mit der bewährten Tempo-Taschentuch-Methode entstanden.


Selbst innerhalb einer Nummernreihe haben die Wagen im Detail Unterschiede. Als Vorbild für meine Wagen habe ich mir neben dem Wagen Nr. 335 den Wagen Nr. 354 ausgewählt. Die markantesten Unterschiede zwischen den beiden Wagen sind:


• Nr. 335 hat an den Seitenwänden je 4 Knotenbleche, Nr. 354 hat 8 Knotenbleche

• Nr. 335 hat an beiden Stirnwänden eine außen liegende Durchladeklappen, Nr. 354 hat nur an der Stirnwand ohne Bremserbühne ein Klappe

• Nr. 354 hat eine Durchgangsleitung für die Saugluftbremse


Ein paar Detailfotos zeigen die Anpassungen der Bausätze. Beginnen wir mit dem Dach. In einem anderen Baubericht habe ich schon einmal beschrieben, daß ich die Innenböden der Wagen immer mit Nußbaum-Furnierstreifen aus dem Schiffsmodellbau auslege. Dazu ist es erforderlich, daß das Dach erst am Schluß aufgesetzt wird. Zunächst löte ich auf das Dachblech auf der Innenseite ringsum Blechstreifen auf. Damit bekommt die Dachkante die vorbildgerechte Dicke. Dann werden paßgenaue Segment-Bleche entsprechend der Innenbreite und Innenlänge des Wagenkastens senkrecht angelötet. Zusätzlich löte ich entlang der Längsseite Profile an. Diese verhindern, daß zwischen Dach und Wand ein „Sichtschlitz“ entsteht. Sie dienen gleichzeitig der Stabilität beim Anfassen des Wagens. Dadurch können die Seitenwände nicht eingedrückt werden. Bei der Endmontage wird das Dach nur aufgesteckt. Zur Sicherung gegen das Herausrutschen wird durch jede Stirnwand und das Segment-Blech des Daches eine Bohrung gesetzt und  ein 0,5 mm Niet eingeschoben.


Die Änderungen des Fahrgestells müssen nicht weiter erläutert werden. Ich baue ganz bewußt keine Pendelachsen in meine Fahrzeuge ein, wie dies in der Bauanleitung vorgesehen ist. Die Fahrqualität und Laufruhe erreiche ich durch die Achslager aus meinem Programm, die mit kleinen Spiralfedern abgefedert sind.


Zur Verdeutlichung meiner Anpassungen und Änderungen zwei Detailfotos. Als erstes möchte ich zeigen, wie die Schiebetüren funktionssicher gelagert sind. Auch wenn es nicht vorbildgerecht ist, werden die unteren  Laufschienen aus U-Profilen 1,5 x1,5 mm hergestellt. In diesen werden die feststehenden Rollen der Türen geführt.  An den Oberkanten der Türen werden Ms-Röhrchen 1,3 x 0,9 mm angelötet. Die oberen Laufschienen bestehen aus Ms-Draht 0,8 mm, die die Ms-Röhrchen der Türen führen.


Als zweites ein Detailfoto der Durchladeklappe. Den Bausätzen liegen dafür einfache Ätzplättchen bei. Da diese Durchladeklappen für die Wagen der KAE typisch sind, wollte ich ihre Nachbildung auch detailliert ausführen. Mit einem geritzten Blech, Profilen und einem Griff aus Draht kommt man dann dem Vorbild sehr nahe.


Die dem Bausatz beiliegenden Mittelpufferkupplungen mit den markanten großen Pufferplatten habe ich nicht verwendet. Sie sind im Modellbahnbetrieb nur mit Ketten/Bügel-Kupplung verwendbar. Seit Martin Zeunert seine halbautomatische Trichterkupplung vorgestellt hat, verwende ich nur noch diese. Auf dem Foto des Fahrgestells ist zu erkennen wie ich diese  modifiziert habe, damit sie seitlich schwenkend und gefedert gelagert ist. Ich glaube dieser Kompromiß zwischen Vorbild und Modell ist erlaubt.


Noch ein Wort zur Lackierung und Beschriftung. Bei der KAE gab es graue und  braune Güterwagen. Die einschlägige Literatur macht weder Angaben zum RAL-Ton, noch zur Frage welcher Wagen welche Farbe hatte. Durch Farbfotos belegt ist, daß bis zur Betriebseinstellung beide Lackierungen anzutreffen waren. Ob einzelne Wagen während der Betriebszeit von Grau auf Braun umlackiert wurden und ob die U-Profile der grauen Wagen schwarz abgesetzt oder nur verrostet waren, konnte ich nicht klären. Ich mache es so, daß die vom Baujahr älteren Wagen eine graue Lackierung Moosgrau RAL 7003 und die neueren Wagen eine braune Lackierung Rotbraun RAL 8012 bekommen. Die Fahrgestelle spritze ich nicht Tiefschwarz RAL 9005, sondern Graphitschwarz 9011. Dadurch sind die Konturen und Details des Modells besser zu erkennen.


Den Bausätzen von Axel Hartig liegt traditionell keine Beschriftung bei. Ich habe mich deshalb an den Vorbildfotos orientiert, die mir  Wolf Groote zur Verfügung stellte. Mit den passenden Schrift-Fonts wurde das Layout am PC erstellt und mit dem OKI 5000 Drucker auf Walthers Naßschiebepapier ausgedruckt.